Leistung 01 · Messen

Trittsicherheit von Bodenbelägen vor Ort messen

Vor-Ort-Messung in Berlin und Brandenburg mit dokumentierten Bedingungen, Messwerten und nachvollziehbarer fachlicher Einordnung.

Was diese Leistung leistet

Eine Vor-Ort-Messung erfasst das Gleitverhalten einer vorhandenen Bodenoberfläche unter definierten Bedingungen. Sie ersetzt keine Laborprüfung und keine pauschale R-Klassifizierung, liefert aber objektbezogene Messwerte für den tatsächlich genutzten Belag.

Entscheidend ist nicht nur das Gerät. Reinigungszustand, Feuchte, Prüfmedium, Gleitkörper, Nutzung und auffällige Laufzonen müssen vor der Messung dokumentiert werden. Erst diese Randbedingungen machen das Ergebnis später nachvollziehbar.

Fachlich verantwortet von René Büttner

Wann ist eine Messung der Trittsicherheit sinnvoll?

  • wenn ein Boden bei Nässe oder nach der Reinigung subjektiv glatt erscheint
  • nach einem Rutschereignis oder einer Beinahe-Situation
  • vor und nach einer Oberflächenbearbeitung oder Änderung des Reinigungsverfahrens
  • bei einer Nutzungsänderung, etwa von Wohnen zu Gewerbe oder Publikumsverkehr
  • für die dokumentierte Zustandskontrolle stark genutzter Laufwege

Welche fachliche Grundlage wird berücksichtigt?

Für mobile Vor-Ort-Prüfungen wird die jeweilige Fragestellung gegen die einschlägigen Prüfverfahren und den Nutzungskontext abgegrenzt. DIN EN 16165 beschreibt Prüfverfahren zur Bestimmung der Rutschhemmung; die ASR A1.5 konkretisiert Anforderungen an Fußböden in Arbeitsstätten.

R-Klassen aus Laborprüfungen und vor Ort ermittelte Reibwerte sind unterschiedliche Ergebnisarten. Sie dürfen nicht ohne belastbare fachliche Grundlage gleichgesetzt oder ineinander umgerechnet werden.

Offizielle BAuA-Seite zur ASR A1.5

Wie läuft die Leistung ab?

  1. 01

    Anlass und Nutzung klären

    Zugänglichkeit, Nutzung, Nässeeintrag, Reinigungszustand und auffällige Bereiche werden aufgenommen.

  2. 02

    Messstellen festlegen

    Repräsentative Laufzonen, Übergänge und bekannte Problemstellen werden nachvollziehbar ausgewählt.

  3. 03

    Bedingungen dokumentieren

    Oberfläche, Temperatur, Prüfmedium, Gleitkörper und relevante Abweichungen werden festgehalten.

  4. 04

    Messung durchführen

    Die Messreihe wird mit einem kalibrierten Gleitmessgerät objektbezogen ausgeführt.

  5. 05

    Ergebnis einordnen

    Messwerte werden nicht isoliert, sondern zusammen mit Nutzung, Zustand und fachlicher Fragestellung bewertet.

  6. 06

    Dokumentation übergeben

    Messstellen, Bedingungen, Werte und Grenzen werden in einem nachvollziehbaren Messprotokoll zusammengeführt.

Welche Unterschiede sind wichtig?

BausteinZweckEinordnung
Rutschgefühlsubjektive WahrnehmungAnlass beschreiben, nicht als Messwert verwenden
Vor-Ort-Reibwertkonkrete Fläche und BedingungMessstellen und Bedingungen dokumentieren
R-KlasseLabor-Prüfverfahrennicht pauschal aus Vor-Ort-Werten ableiten
StolpergefahrKanten, Fugen, Höhenzusätzliche Sicht- und Zustandsprüfung

Was enthält das Messprotokoll?

  • Objekt- und Flächenbezeichnung sowie Anlass der Prüfung
  • Beschreibung von Belag, Zustand und Messstellen
  • dokumentierte Prüfbedingungen und verwendete Konfiguration
  • Messwerte und nachvollziehbare fachliche Einordnung
  • Hinweise auf Grenzen, Auffälligkeiten und mögliche nächste Schritte

Wie bereiten Sie den Vor-Ort-Termin vor?

  1. 1.Senden Sie Fotos der Gesamtfläche und auffälliger Laufzonen.
  2. 2.Nennen Sie Material, Nutzung, Reinigungsverfahren und bekannte Vorbehandlungen, soweit bekannt.
  3. 3.Beschreiben Sie, ob das Problem trocken, nass, nach Reinigung oder nur saisonal auftritt.
  4. 4.Stellen Sie vorhandene Pläne, frühere Prüfberichte oder Produktunterlagen bereit.

Welche Grenzen hat eine Vor-Ort-Messung?

  • Ein Messwert beschreibt die geprüfte Stelle unter den dokumentierten Bedingungen und ist keine allgemeine Garantie für jede Nutzungssituation.
  • Lose Platten, Höhenversätze, defekte Kanten, Beleuchtung oder organisatorische Mängel werden durch eine Reibwertmessung nicht behoben.
  • Eine mobile Messung ist nicht automatisch mit einer Labor-R-Klasse gleichzusetzen.

Häufige Fragen zur Leistung

Wie lange dauert eine Messung?

Der Zeitbedarf hängt von Flächengröße, Anzahl der Messstellen, Zugänglichkeit und Fragestellung ab. Nach Fotos und Eckdaten lässt sich der Umfang besser eingrenzen.

Muss der Betrieb gesperrt werden?

Nicht immer. Messstellen müssen jedoch sicher zugänglich und vor Beeinflussung geschützt sein. Bei Publikumsverkehr wird der Ablauf objektbezogen abgestimmt.

Wird der Boden beschädigt?

Die mobile Messung ist grundsätzlich als Vor-Ort-Prüfung ohne Ausbau des Belags angelegt. Besondere Oberflächen werden vorab eingeordnet.

Kann man R9 direkt vor Ort messen?

R-Klassen und mobile Reibwertmessungen beruhen auf unterschiedlichen Prüfansätzen. Eine direkte pauschale Umrechnung ist nicht zulässig.

Kann nach einer Reinigung gemessen werden?

Ja, wenn Zustand, verwendete Mittel, Trocknung und Prüfbedingung dokumentiert sind. Die konkrete Fragestellung bestimmt den Ablauf.

Welche Flächen können geprüft werden?

Unter anderem Naturstein, keramische Beläge, Terrazzo und weitere feste Bodenoberflächen, sofern das Verfahren für die Fragestellung geeignet ist.

Was passiert bei auffälligen Werten?

Die nächsten Schritte hängen von Material, Ursache, Nutzung und Zustand ab. Möglich sind Reinigungskorrektur, nähere Beurteilung, Musterfläche oder materialgerechte Bearbeitung.

Ist das Messprotokoll ein Gutachten?

Ein Messprotokoll dokumentiert die Messung. Ob zusätzlich eine gutachterliche Bewertung erforderlich ist, richtet sich nach Anlass und gewünschtem Verwendungszweck.

Berlin & Brandenburg

Nächster Schritt: Objekt und Fragestellung einordnen

Übermitteln Sie Fotos, Material, Nutzung und Anlass. Das zentrale Serviceformular leitet Ihre Angaben an die passende Bearbeitung weiter. Für die erste Einordnung werden keine nicht belegten Ergebnisse versprochen.

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